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6 Schritte für den Handel zum Überleben!

Das Corona Virus Sars-Cov2 hat die Welt ins Chaos gestürzt – teilweise medizinisch, überall aber zumindest wirtschaftlich. Die Effekte der zur Eindämmung getroffenen Maßnahmen sind oft frappierend.

In Deutschland gibt es etwa 340.000 Unternehmen im Einzelhandel und gut 500.000 Ladenlokale. Experten wie Gerrit Heinemann erwarten, das Corona als Brandbeschleuniger in den ohnehin stattfindenden Verwerfungen im Handel fungieren wird. Bislang wurde geschätzt das bis 2030 etwa 64.000 Einzelhänder aufgeben. Nun sollen es schon 2020 so viele werden – im besten Fall. Im Katastrophenfall sogar 200.000.

Wie kann das sein?

Das Gros der Händler arbeitet mit einer angespannten Liquiditätsdecke. Die Reserven reichen in der Regel nicht länger als 30 Tage. Die Corona Hilfsmittel leisten eine erste, kurze, Überbrückung – müssen ja aber auch noch teilweise zurück gezahlt werden.Bis zum 30.09. ist die Insolvenzmeldepflicht „pausiert“ – danach wird es vermutlich für viele so eng sein, das das große Sterben beginnt.

Es gibt (viele?) Auswege

Doch den Händlern stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung sich krisenfester zu machen und vielleicht sogar als Gewinner aus dieser Zeit hervorzugehen. Denn eines ist sicher: konsumiert wird jetzt und auch in Zukunft.

Zusammen mit Benjamin Ronnenberg von ronnenberg&brinck haben wir 6 Schritte identifiziert, mit denen sich Händler neu ausrichten können. Für Sicherheit in der Krise und Erfolg danach. Eigentlich sollte jeder Händler bereits mit der Umsetzung beschäftigt sein. Die Wahrheit ist aber auch, das die meisten Händler auf ein Wunder hoffen – das es wieder so sein möge wie noch 2019 – wobei da auch schon viel geklagt wurde.

Finanzen konsolidieren – Reserven haben

Dazu gehört: Verbindlichkeiten strecken, Forderungen eintreiben, Ausgaben überwachen und Hilfen nutzen. Klingt simpel, wird aber nur selten gemacht. Verhandeln Sie mit Banken und Lieferanten erweiterte Zahlungsziele. Suchen Sie nach Alternativen. Forderungen die noch ausstehen, sollten jetzt eingesammelt werden. Kontrollieren Sie Ihre Ausgaben und reduzieren Sie diese auf das nötigste. Und überprüfen Sie, ob Sie alle vorhandenen Hilfen in Anspruch genommen haben. Wenn nicht, tun Sie dies. Bedenken Sie, das Prozesse in diesem Bereich immer Vorlauf brauchen. Und es verhandelt sich besser aus einer Position der Stärke.

Strategie überprüfen

Was gestern gut war, muss es heute nicht mehr sein. Corona ändert alles. Hinterfragen Sie, ob Ihr Geschäftsmodell noch wie bisher funktioniert. Vielleicht haben Sie auch noch nie eine Strategie erarbeitet? Dann ist das jetzt die richtige Gelegenheit. Fragen Sie sich, welches Problem der Menschen Sie lösen, wieso man Sie dafür auswählen sollte und wie sich hieraus ein Geschäft ergeben kann. Wenn die Antworten nicht überzeugend sind, gibt es Handlungsbedarf!

Sortiment überprüfen

Ein Ergebnis der Strategie kann und sollte sein, das Sortiment zu hinterfragen (Dienstleistung und Produkt). Können Sie alle bestehenden Angebote auch in Zukunft weiter anbieten? Gibt es ergänzende Services und Produkte, die hier Sinn machen könnten? Ein Beispiel: Oberbekleidung wird noch mehr als bisher online gekauft werden. Besonders in diesem Bereich brechen auch mit Lockerungen die Umsätze teilweise um bis zu 90% ein. Wenn Sie also ein Modegeschäft haben und heute Probleme haben, werden Sie diese vermutlich auch in 4 Wochen und 4 Monaten noch haben. Sie sollten sich überlegen, was noch angeboten werden könnte?

Liefer- und Abholprogramme aufsetzen

Viele Händler haben in der „Lock Down“ Phase Liefer- und Abholservices initiiert. Wenn Sie dies getan haben, behalten Sie diesen Service bei. Wenn Sie es noch nicht getan haben, setzen Sie es jetzt um. Etwa 10 – 20 Millionen Deutsche gehören zu den sogenannten Risikogruppen und werden auch weiterhin das Leben draußen meiden; und beim Rest gibt es viele Menschen, die sich auch dauerhaft einschränken. All diese Menschen erreichen Sie in Zukunft nur, wenn Sie diese beliefern oder kontaktfrei abholen lassen.

Businessplanung anpassen

Auf Basis aller bisherigen Schritte sollten Sie Ihre Businessplanung überarbeiten. Also Textwerk, in dem Sie Ihr Unternehmen reflektieren, als auch Zahlenwerk. Ein elementarer Bestandteil ist auch eine Rentabilitätsbetrachtung. Wichtige Fragen:“Wie viel Geld verdiene ich mit dem, was ich tue?“, „Wie viel muss ich umsetzen, damit ich meinen angestrebten Unternehmerlohn erhalten kann?“, „Ist das machbar?“. Wenn die Antworten nicht gut sind, müssen Sie zurück zur Strategie.

Werbung und Absatzkanäle

Last but not least prüfen Sie, welche Absätzkanäle Sie noch ergänzen können. Amazon, eBay, eBay Kleinanzeigen, evtl. Etsy und Co sollten Pflicht für alle Händler sein. Der Umstand das es kaum Neuanmeldungen in den Programmen gibt zeigt, das viele noch nicht die Macht und Präsenz der Marktplätze verstanden haben.

Ein eigener Webshop ist toll, muss aber noch nicht mal sein. Es gibt auch Wegen mit Null Euro Budget einfache Lösungen – für den Übergang – aufzusetzen. Und es gibt zahlreiche Initiativen von Shopsystemen, die einen einfachen und kosten reduzierten Einstieg ermöglichen. Dies nur als Beispiele, was hier Sinn machen kann. Vor allem aber müssen Sie neue Services und Sortimente bekannt machen. Üblicher Weise braucht ein Konsument 7 „Touchpoints“, bevor eine Information im Unterbewusstsein verankert werden kann. Es reicht also nicht, eine Anzeige im lokalen Käseblatt zu machen. Sie müssen hier Vollgas geben. Sprechen Sie Ihre Kunden direkt an, schreiben Sie Briefe, verteilen Sie Flugblätter, machen Sie einen Aufsteller auf die Straße, schalten Sie lokale Anzeigen bei Facebook, und noch viel mehr!

Happy End

Das Alles zusammen kann helfen, sich neu auszurichten. Es ist ein langer und harter Weg, aber er fängt mit dem ersten Schritt an. Gehen Sie ihn noch heute! Die Veränderung Ihres Unternehmens ist ein dauerhafter Prozess und Sie müssen sich konstant hinterfragen.

Unsere Hilfe für Sie

Es gibt zahlreiche Hilfsangebote die Sie nutzen können. Wir von ronnenberg&brinck haben zu allen Punkten schon zahlreiche Videotutorials erstellt, die Sie auf unserem Youtube Kanal kostenfrei einsehen können. Ebenso lege ich Ihnen unsere LinkedIn Seite ans Herz. Wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich gerne direkt bei uns. Wir haben 40 Jahre Erfahrung in Handel und eCommerce und unterstützen Händler aktuell pro bono.

Und am Wichtigsten: passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund!

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