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Wann sind Computer „schlauer“ als Menschen – am Beispiel von „go“

Das chinesische Brettspiel „go“ gilt mithin als das komplexeste Brettspiel wenn es darum geht, das eine künstliche Intelligenz (kurz = AI) den Menschen schlagen können soll. Bislang ist das nicht wirklich gelungen. Die Situation, das eine AI den Menschen hier schlägt, wird teilweise als „Wendepunkt“ bezeichnet.

Im Bezug auf „go“ hat es eine rasante Entwicklung gegeben. Noch 2012 war ein Sieg der AI über den Menschen in weiter Ferne – siehe auch dieses Video:

[embedyt] http://www.youtube.com/watch?v=xDs_gFFDjTE[/embedyt]

Nun – etwa 3,5 Jahre später, scheint der Sieg der AI über den Menschen recht greifbar zu sein:

The ancient Chinese game of Go is one of the last games where the best human players can still beat the best artificial intelligence players. Last year, the Facebook AI Research team started creating an AI that can learn to play Go.Scientists have been trying to teach computers to win at Go for 20 years. We're getting close, and in the past six months we've built an AI that can make moves in as fast as 0.1 seconds and still be as good as previous systems that took years to build. Our AI combines a search-based approach that models every possible move as the game progresses along with a pattern matching system built by our computer vision team.The researcher who works on this, Yuandong Tian, sits about 20 feet from my desk. I love having our AI team right near me so I can learn from what they're working on.You can learn more about this research here: http://arxiv.org/abs/1511.06410

Gepostet von Mark Zuckerberg am Dienstag, 26. Januar 2016

So behauptet zumindest Facebook, das der Sieg der AI nur noch eine Frage von Monaten ist.

Das wäre wirklich sehr beeindruckend. Dennoch denke ich nicht, das dieser Sieg der AI als Wendepunkt angesehen werden sollte. Ein anderer Ansatz ist Moores Gesetz. Dieses besagt, das sich etwa alle 18 Monate die Zahl der Transistoren auf einem Chip – und damit die Rechenleistung – verdoppelt. Das „Gesetz“ ist aus 1965 und bislang passt die Annahme sehr gut. Experten gehen davon aus, das etwa 2020 die Anwendungsfähigkeit endet, da dann die physischen Grenzen eines Transistors erreicht sind – sprich: er ist dann so klein, das er nicht weiter verkleinert werden kann. Ergo – die Zahl der Transistoren kann nicht weiter gesteigert werden. Eine weitere Zunahme der Rechenleistung wäre dann abhängig von einem systemischen Wechsel der Chip Infrastruktur.

Gleichermaßen ist die Rechenleistung eines Standard Homecomputer dann in etwa mit der Rechenleistung des menschlichen Gehirn vergleichbar. Auf diesem Szenario basiert auch die Annahme, das ein Sieg der AI im Spiel „go“ ein Indikator für die Überlegenheit der AI über den Menschen ist.

Doch ist „Rechenleistung“ gleichermaßen ein Ausdruck von „Intelligenz“? Ich bin kein Experte, denke allerdings, das Rechenleistung ein erheblicher Teil, aber nicht alles ist. Stephen Hawking sieht das etwa ähnlich. Er stellt die These auf, das in etwa 100 Jahren „AI´s“ dem Menschen überlegen sind.  In diesem Zusammenhang fordert Hawking auch, das die Verbindung von AI und militärischer Nutzung verhindert werden muss, da dies quasi das „Terminator“ Szenario darstellen würde.

So oder so bewegt sich die Menschheit auf einen Punkt in der Zeit zu, in dem eine AI intelligenter und Fähiger als ein Mensch sein wird. Ob man das als Chance oder Gefahr sieht, liegt im Auge des Betrachters. Es ist in jedem Fall eine immense Möglichkeit, das wir die Grenzen unserer bisherigen Evolution durchbrechen können. Sicherlich bietet diese Situation aber auch ein hohes Bedrohungspotential.

Wünschenswert wäre ein bewusster Umgang von uns allen mit dieser Entwicklung. Seien es Digitalisierung, Virtual Reality, Robotik oder AI. All dies bietet immense Möglichkeiten – wir müssen die Veränderung allerdings bewusst annehmen und „managen“. Ansonsten werden doch eines Tages wir „gemanaged“.

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